MRCP
Die modernen Verfahren der Magnetresonanztomographie (MRT), die auch unter der Bezeichnung Kernspintomographie bekannt sind, haben jetzt auch die Untersuchung der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse geradezu revolutioniert. Das als "Magnetresonanz-Cholangio-Pankreaticographie" bezeichnete Verfahren kann ohne vorherige Medikation, ohne Kontrastmittel - somit ohne Patientenbelastung -angewendet werden und zeichnet sich durch eine hohe "Treffsicherheit" aus. Es ist aus diesem Grund - so die Expertenmeinung - allen anderen radiologischen Diagnoseverfahren weit überlegen.
Oberbauchbeschwerden, Verdauungsstörungen und Gelbsucht sind häufig auf Erkrankungen der Gallenwege und des Gangsystems der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zurückzuführen. Die Untersuchung dieser Gangsysteme mit Hilfe herkömmlicher Verfahren machte bisher die orale oder intravenöse Gabe eines Kontrastmittels erforderlich, sofern die einfache Ultraschalldiagnose nicht zum Ziel führte. Diese Belastung des Patienten entfällt bei der MRT; zudem werden bei der Bildgebung keine Röntgenstrahlen verwendet, da die Kernspintomographie mit Magnetfeldern und Radiowellen arbeitet.
Die Anwendung der MRCP bedarf keiner besonderen Vorbereitung des Patienten. Er muss lediglich bis zur Untersuchung nüchtern bleiben. Die Untersuchung dauert etwa fünfundzwanzig Minuten. Die Untersuchung wird mit einer Darstellung der Oberbauchorgane Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz und Nieren komplettiert. Dabei wird das Befinden des Patienten in keiner Weise beeinträchtigt, er ist zudem sofort wieder arbeitsfähig.
MRCP ersetzt die diagnostische ERCP
Die kernspintomographische Cholangio-Pankreaticographie (MRCP) stellt heute, neben der orientierenden Ultraschalluntersuchung, das wichtigste nichtinvasive Diagnoseverfahren bei Erkrankungen der Gallenwege dar. Bei negativer MRCP kann häufig auf die diagnostische ERCP verzichtet werden. Die MRCP sollte der therapeutischen ERCP und PTCA zur Klärung der anatomischen Verhältnisse vorausgehen, um die Eingriffsdauer zu verkürzen und Komplikationen zu vermeiden. Besonders wichtig ist die MRCP bei Patienten mit biliodigestiven Anastomosen und bei debilen Patienten, also Patientenkollektiven, bei denen die ERCP nicht oder nur mit zusätzlichem Risiko durchgeführt werden kann.
Wann ist die MRCP sinnvoll ?
Cholelithiasis (Gallensteine) - bei unklarem US-Befund
Biliäre Obstruktion (Gallenabflußstörungen) - benigne und maligne
Erfolgloser ERCP-Versuch
ERCP-Risikopatienten (z.B. ältere Patienten)
Patienten mit bilio-digestiver Anastomose
Anomalien des pancreatobiliären Systems
Chronische Pancreatitis – Pancreas Tumor
Vor diagnostischer ERCP – wenn negativ, ERCP nicht nötig
Planung einer therapeutischen ERCP oder PTCA
Siehe auch www.radiologie-net.de